Mops

              © Birgit Lemke

Unter Federführung der Bundestierärztekammer und mit Beteiligung der tierärztlichen Verbände – Bundesverband der praktizierenden Tierärzte e. V. (bpt), Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) und die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG), einschließlich der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK) – ist als Projekt der gemeinsamen Arbeitsgruppe „Qualzuchten“ ein Flyer zur Aufklärung über das brachycephale Syndrom bei Hunden und Katzen erschienen. Unter dem Titel „Kurznasen und Glubschaugen: Nicht süß, sondern gequält“ werden darin die massiven Auswirkungen extremer Kurzköpfigkeit auf die Gesundheit bestimmter Rassen thematisiert.

Kurznasen und Glubschaugen: Nicht süß, sondern gequält (Info-Flyer der BTK >>)

Zur Internetseite der Bundestierärztekammer – Qualzuchten  (>>)

 

Offner Brief der BTK an Firmen und Medien, die betreffende Hunderassen zu Werbezwecken einsetzen

… Nicht nur wir Tierärztinnen und Tierärzte sind nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, jeder Form von Tierzucht, die zu Schmerzen, Leiden und Qualen bei unseren Haustieren führt oder beiträgt, entgegenzuwirken. Es ist uns eine ethische Pflicht, mit unseren fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten in besonderer Weise zum Schutz und zur Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere beizutragen.

Aus diesem Grund zeigen wir Missstände auf und wollen mit Ihnen gemeinsam zu deren Beseitigung beitragen. Nach unseren langjährigen fundierten tierärztlichen Erfahrungen entwickeln Tiere der o. g. Rassen aufgrund ihrer extremen Kurzschädeligkeit in aller Regel über kurz oder lang einen erheblichen Leidensdruck und nicht selten auch ausgeprägte Schmerzen. Offensichtliche Symptome sind beispielsweise Schnaufen, Röcheln, Atemnot, vermehrter Tränenfluss und schnelle Erschöpfung bis hin zum Kreislaufkollaps mit Ohnmacht. (Weiterlesen im PDF-Dokument >>)

 


 

Umdenken dem Tier zuliebe!

Tiere extrem überzüchteter Rassen leiden ein Leben lang. Wer Tiere achtet, denkt um!

Fragt man Menschen, warum sie Haustiere halten, ist die Antwort: „Aus Liebe zum Tier.“ Umso erschreckender ist die Tatsache, dass es so viele Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel, Fische und andere Heimtiere gibt, die durch die Vorliebe für besondere Formen und Farben regelrecht krank gezüchtet wurden.

Vielen Rassetieren wurden körperliche Merkmale angezüchtet, die schwerwiegende gesundheitliche Probleme und lebenslanges Leiden der Tiere zur Folge haben. Ursache ist unsere Vorliebe für sehr niedlich oder extrem aussehende Tiere. Mit kurzer Schnauze, runder Stirn, großen Augen oder fehlendem Fellkleid bedienen sie lebenslang das Kindchenschema oder unseren Wunsch nach etwas Besonderem. Doch dies macht unseren Tieren ein unbeschwertes und gesundes Leben unmöglich.

English Bulldog

                   © Birgit Lemke

So leidet mehr als die Hälfte aller kurzköpfigen Hunde an Atemnot, die in besonderen Situationen wie bei schnellen Bewegungen, hohen Temperaturen, und außergewöhnlichen Belastungen gefährliche Ausmaße annehmen kann. Gerade sehr beliebte Rassen wie Mops, Französische und Englische Bulldoggen oder Chihuahua leiden unter optischen Rassestandards, die durch gezielte Deformation des Körpers lebenslange Krankheit und einen verfrühten Tod bewusst in Kauf nehmen.

Symptome wie Röcheln oder Schnarchen halten Tierbesitzer/innen häufig für das normale Atmen dieser Rassen und übersehen so das Leiden ihrer Tiere. Dabei bedeutet jede Einengung der oberen Atemwege, die zu pfeifenden oder schnarchenden Atemgeräuschen führt, eine Verlegung der Atemwege und damit Luftnot! Leider sind mit hervorstehenden Augen, dem kurzen Rücken, der verkrüppelten Rute und der Steilstellung der Hintergliedmaßen der Tiere sehr häufig noch weitere Probleme verbunden, die zunächst für einen Laien äußerlich nicht erkennbar, erst mit zunehmendem Alter offenbar werden.

Die Tierärztekammer Berlin will mit ihrer zweiten Kampagne gegen Qualzucht erneut auf dieses Problem aufmerksam machen. Das umdenken-tierzuliebe hat zwar schon begonnen, wie auch internationale Aktionen gegen Qualzucht zeigen, aber an der Basis ist dieses Umdenken noch nicht angekommen. Mit unserer Plakataktion in der U-Bahn und an Bussen, sowie mit den begleitenden Postkarten wollen wir erneut für problembehaftete Züchtungen sensibilisieren und einen weiteren Anstoß in Richtung gesunde Tiere geben.  (Info-Flyer der Tierärztekammer Berlin >>)

Zur Internetseite der Tierärztekammer Berlin (>>)

 


 

Tierärzte fordern: Qualzuchtgutachten überarbeiten

Franz. Bulldogge

          © Birgit Lemke

Qualzucht ist ein „Drama“ – egal welche Tierart betroffen ist. Deshalb hat der 27. Deutsche Tierärztetag einen umfangreichen Forderungskatalog zu Qualzuchten bei Klein-und Heimtieren formuliert. Den Wortlaut dokumentieren wir hier.

Man wolle weder „alle-Mopsbesitzer erschiessen, auspeitschen oder in eine Unterdruckkammer setzen“, noch die Züchter diverser Rassen an den Pranger stellen. Aber die Tierärzteschaft „ist nicht nur kurativ heilend tätig, sondern auch verantwortlich für die Prävention“, deshalb müsse das Thema Qualzucht angegangen werden, so begründete Prof. Martin Kramer (Gießen) den Qualzucht-Beschluss. (Die Forderungen des Tierärztetages >>)

 


 

Qualzucht und Erbkrankheiten beim Hund

Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz
Erarbeitet vom Arbeitskreis Nr. 2 (Kleintiere)

Die Zucht auf rein äußerliche Körpermerkmale hat bei zahlreichen Hunderassen zu Veränderungen geführt, die im Sinne des § 11b TierSchG zu Schmerzen, Leiden oder Schäden geführt haben. Es handelt sich um fokussiert gezüchtete, zumeist visuell erkennbare Merkmale der Tiere.

(…)

Bei den brachycephalen Rassen führte die Herauszüchtung extremer Merkmale im Bereich des Schädels und Rachens zu teilweise erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden am Tier… (Zum Dokument >>)

Zur Internetseite der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (>>)

 


 

Wenn Menschen Tiere verformen

Ein Ruf nach mehr Qualitätskontrolle in der Hundezucht

Japan ...

                    © Birgit Lemke

Gerhard U. Oechtering
Klinik für Kleintiere, Universität Leipzig

Was ist falsch gelaufen? Was ist falsch gelaufen, wenn plötzlich diejenigen, die von Anbeginn für uns alle die Guten waren, diejenigen, die dafür sorgten, dass unsere Hunde gesund waren und sich die Hundezucht nicht unkontrolliert in den Hinterhöfen abspielte, sondern in der Hand von erfahrenen Züchtern vollzogen wurde – unter der strengen Überwachung von Zuchtwarten und Richtern, die wiederum einem strengen Regelwerk von Zuchtbestimmungen und Rassestandards zu folgen hatten – was also, wenn alle diese plötzlich am Pranger stehen?

(…)

Der Hund ist der älteste Weggefährte des Menschen . Kein anderes Tier hat es besser gelernt, uns zu verstehen und unseren Wünschen zu folgen. Gleichzeitig ist aber auch kein anderes Haustier von uns in Form und Aussehen stärker manipuliert worden. (Zum Dokument >>)

Zur Internetseite der Klinik für Kleintiere der Universität Leipzig (>>)