Schon als Kind hatte ich das große Glück, die vielen positiven Aspekte der Mensch-Hund-Beziehung im elterlichen Haushalt kennenlernen zu dürfen. Seit 1971 (meinem 8. Lebensjahr) lebe ich mit Hunden zusammen. Seit 1984 halte ich eigene Hunde (Rottweiler, Labrador, American Staffordshire Terrier) in Einzel- und auch Mehrhundehaltung sowie gemeinschaftlich mit anderen Haustieren.

Harmonische Mensch-Hund-Beziehung (Mein Enkel Luca mit unserer Hündin Maja.

So schön kann die Mensch-Hund-Beziehung sein, wenn man gewisse Regeln befolgt. (Mein Enkel Luca mit unserer Hündin Maja)

In den ersten Jahren der Haltung meiner eigenen Hunde war ich Mitglied im Verein für Deutsche Schäferhunde. Je intensiver ich mich jedoch mit dem Thema Hund befasste, desto mehr wurde mir bewusst, dass es in Sachen Hundeerziehung noch andere Wege geben muss, die unserem Haustier Hund mit seinen arttypischen Verhaltensweisen, Veranlagungen und Bedürfnissen gerechter werden und seine Freude am Lernen intensiver fördern.

Mit dieser, aus meinen persönlichen Erfahrungen resultierenden Erkenntnis, endete meine Zeit auf den obligatorischen Hundeplätzen und ich begab mich im Bereich der Hundeerziehung auf eine Art Expedition. So widmete ich mich noch intensiver entsprechender Literatur, besuchte Seminare und pickte mir aus dem Erlernten das heraus, was mir plausibel erschien und probierte es mit meinen eigenen Hunden aus. Denn eines war mir im Vorfeld schon bewusst: DIE Erziehungs-/Ausbildungsmethode gibt es nicht. Jeder Mensch und jeder Hund ist (nicht nur) hinsichtlich Lernverhalten ein individuelles Wesen (Aufnahmefähigkeit, Umsetzungsfähigkeit, Bedürfnisse etc.) und dies gilt ebenso für jede Mensch-Hund-Partnerschaft. Dementsprechend individuell sollten auch die Trainingskonzepte dem jeweiligen Hund-Halter-Team sowie der entsprechenden Aufgabe/Anforderung angepasst sein.

Sina-Brauni-Kuddel

Labrador-Hündin Sina, Kater Brauni und Am-Staff-Rüde Kuddel halten gemeinsam eine Siesta.

Ferner dürfen wir Hundefreunde nicht außer Acht lassen, dass eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung von gegenseitigem Respekt und Vertrauen lebt. Harte Erziehungs-/Ausbildungsmethoden sowie auch Vermenschlichung vermögen beides nicht zu erreichen. Der Hund, als sozial hoch entwickeltes Lebewesen, wird seinem Sozialpartner Mensch nur Vertrauen und diesen in einer Führungsrolle anerkennen, wenn wir ihn als Hund mit dem ihm arttypischen Verhaltensweisen und Bedürfnissen respektieren und entsprechend behandeln.

Anlässlich der irrationalen These der „rassespezifischen Gefährlichkeit“ und deren tierschutz- und gesellschaftlich relevanten Auswirkungen gründete ich gemeinsam mit einigen Hundefreunden im Jahr 1997 den bundesweit agierenden Verein Hund & Halter e.V. Bis zum Jahr 2007 stand ich dem Verein als 1. Vorsitzender vor und befasste mich schwerpunktmäßig mit den Themen: Tierschutz (rechtlich, wissenschaftlich u. politisch), Vorfälle mit Hunden (Auslöser/Ursachen, Prävention), Beratung von Hundehaltern bei Problemen mit Hunden, Konflikten mit Behörden etc. sowie der Organisation und Gestaltung juristischer Maßnahmen gegen die tierschutzrelevanten und gesellschaftspolitisch verfehlten Hunderegelungen (z.B. erfolgreiche Klage gegen die Rasseliste in der Nds. Gefahrtier-Verordnung – BVerwG 03/2003, ebenso in Schleswig-Holstein – OVG-Schleswig 05/2001).

Kuddel-Hermann

Am-Staff-Rüde Kuddel & Hauskater Hermann

Beruflich war ich zunächst als gelernter Tischler 18 Jahre im Bauhandwerk tätig. Im Jahr 1997 wechselte ich in die Bereiche Arbeitspädagogik/Sozialarbeit und bin seitdem in diversen von der Arbeitsagentur geförderten sozialen Projekten mit der Zielsetzung „berufliche Integration von langzeitarbeitslosen Erwachsenen sowie benachteiligten Jugendlichen“ tätig. Obwohl ich in meinen Aktivitäten in Sachen Hund immer einen Ausgleich zu meiner beruflichen Arbeit mit Menschen in prekären Situationen sah, gibt es doch sehr viele Parallelen, so dass ich in jedem Bereich jeweils von den Erfahrungen aus dem anderen profitieren konnte.

Kuddel-Thomas-Amy

Unser Rüde Kuddel, ich selbst und unsere damalige Notaufnahme Amy.

Der Kontakt und die Beschäftigung mit Tieren – insbesondere mit Hunden (ihre Bedürfnisse, ihr Verhalten, ihre artgerechte Haltung, die positiven Auswirkungen ihrer Anwesenheit auf den Menschen, ihre gesellschaftliche Anerkennung etc.) bestimmen seit vielen Jahren meine Freizeitgestaltung und sind mir eine dringende Herzensangelegenheit. Daher habe ich mich dazu entschlossen, zukünftig meine Leidenschaft für unser Haustier Hund mit meiner beruflichen Tätigkeit zu verknüpfen. Hierbei möchte ich mich insbesondere auf die Prävention konzentrieren: Ich möchte die Menschen (möglichst vor Anschaffung eines Hundes) im Umgang mit dem Hund dahingehend schulen, dass sie ihre (künftigen) Vierbeiner artgerecht halten, versorgen und erziehen, dass sie mit ihnen viel Freude haben und nicht zuletzt, das sie sich mit ihren Vierbeinern in der Öffentlichkeit so verhalten, dass unsere Gesellschaft dem ältesten Begleiter und treuesten Freund des Menschen wieder mit mehr Vertrauen und größerer Akzeptanz begegnet. Dieser Vorsatz für eine bessere Prävention schließt jedoch nicht aus, dass ich Hundefreunden im Falle problematischer Verhaltensweisen ihrer Tiere hilfreich zur Seite stehe. Selbstverständlich werde ich Hund-Halter-Gespannen auch im Bereich der Problembewältigung hilfreich zu Seite stehen.

Im Jahr 2013 habe ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten in Sachen Hund an der Tierärztlichen Hochschule Hannover erfolgreich prüfen lassen und darf mich seit dem 08.07.13 zu den von der Tierärztekammer Niedersachen zertifizierten Hundetrainern zählen. Inzwischen wurde ich von der zuständigen Fachbehörde des Landkreises Wesermarsch sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als „Prüfstelle zur Abnahme der theoretischen und praktischen Sachkundeprüfung gemäß § 3 Abs. 1 des niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden (NHunG)“ anerkannt.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Thomas Henkenjohann
 
 

» Die anthropozentrische (Anm.: Den Menschen in den Mittelpunkt stellend) „Unterwerfung“ des Hundes mit Zwang und Gewalt, fernab von Kenntnis und Einsatz biologischer Erkenntnisse, ist tierschutzrelevant, ihre Zeit ist (hoffentlich) sehr bald Historie. Hundehalter sollten ihrer Verantwortung Hunden gegenüber gerecht werden, indem sie die Beziehung Mensch-Hund begreifen und verändern können. Dieses erfordert verhaltensbiologische sowie psychologische Kenntnisse, denn Partner sind Mensch und Hund. Das soziale Gefüge muss stimmig sein, klar, sensibel und stabil. Dann kann nicht viel passieren. Und Autorität dem Hund gegenüber gehört dazu. Autorität heißt rechtmäßig ausgeübte Macht, sie lebt von der Persönlichkeit und Authentizität des Menschen, nicht etwa von Unterdrückung durch Despoten. Das ist Vergangenheit – hoffentlich.«

Quelle: Frau Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen in „Ausdrucksverhalten beim Hund“.