Tierschutz & -gesundheit

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Die Kastration des Rüden aus verhaltensbiologischer Sicht

Tierärztin Sophie Strodtbeck und Verhaltensbiologe Dr. Udo Gansloßer, WUFF 12/2010

Die Geschichte der Kastration des Rüden ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Noch immer hält sich bei vielen Tierärzten, Trainern und Hundehaltern hartnäckig der Glaube daran, dass die Kastration ein chirurgisches Wundermittel bei unterschiedlichsten Verhaltensproblemen darstellt. Doch eine Kastration kann niemals eine vernünftige Verhaltenstherapie ersetzen, und viele Probleme, die mit den Sexualhormonen – in diesem Fall mit dem Testosteron – in Verbindung gebracht werden, stammen aus völlig anderen Funktionskreisen und lassen sich durch eine Kastration überhaupt nicht beeinflussen… (Artikel als PDF-Dokument >>)

 

Kommentar zum „Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen)“ Verhaltensstörungen: Hypertrophie des Aggressionsverhaltens.

© Birgit Lemke/in-sachen-hund.de

Eigener Beitrag

Vielfach wird die Passage des oben genannte „Gutachtens“ von Journalisten und auch von einigen unaufgeklärten Politikern falsch interpretiert. Aus diesem Anlass möchten wir nachfolgend zum Gutachten selbst, zu den Fehlinterpretationen und anderen oft aufgegriffenen Vorurteilen und Behauptungen Stellung nehmen. (Beitrag als PDF-Dokument >>)

Kastration von Hunden unter tierschutzrechtlichen Gesichtspunkten

Eigener Artikel, 2007

… Somit dürfte vorstehend schon eine Vielzahl der Gründe, die im Kreise der Hundehalter in vielen Fällen als Anlass für eine Kastration angeführt werden, als tierschutzrechtlich nicht konform abgehandelt sein.

Bleistiftzeichnung: Kuddel

    © Birgit Lemke/in-sachen-hund.de

Kommen wir nun zu einem Argument, mit dem landläufig die Kastration als unvermeidbare Maßnahme im Sinne des Tierschutzes begründet wird: Man will hiermit die unkontrollierte Vermehrung/Zucht von Hunden unterbinden bzw. verhindern, dass sich Hundevermehrer der Tierheime bedienen und sich auf diesem Wege kostengünstiges „Produktionsmaterial“ verschaffen. (Artikel als PDF-Dokument >>)

Gefährliche Parasiten für Hund und Katze

Von Vier Pfoten e.V., März 2007, Hamburg

Bleistiftzeichnung: Hunde am Strand

                       © Birgit Lemke

Tierärzte registrieren mit Besorgnis das vermehrte Auftreten von Giardien. „Die hauptsächlich im Mittelmeerraum diagnostizierten Darmparasiten treten immer häufiger auch in unseren Regionen auf, oft eingeführt durch mitgebrachte Tiere“, so die für VIER PFOTEN tätige Tierärztin Daniela Rost. Fachleute schätzen, dass mittlerweile jeder vierte Hund in Deutschland infiziert ist. (Artikel als PDF-Dokument >>)

 

Stellungnahme vom 10.10.2002 zum Entwurf des neuen Niedersächsischen Hundegesetzes (NHundG)

Prof. Dr. Hansjoachim Hackbarth Tierschutzzentrum – Tierärztliche Hochschule Hannover

Bleistiftzeichnung: Bullterrier-Hündn Joice

               © Birgit Lemke

…Stellt sich somit die Frage, worauf sich der Gesetzgeber (Bund/Länder) bei der Aufstellung derartiger Rasselisten stützt. Den Rasselisten liegt ein Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes, vom 2.6.1999 angefertigt im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (2000) zugrunde. Dort ist unter Kapitel 2.1.1.2.6 ausgeführt:“ Übersteigertes Angriffs- und Kampfverhalten, das leicht auslösbar und biologisch weder bezüglich Zweck noch Ziel sinnvoll ist. (…) Kann grundsätzlich in vielen Rassen oder Zuchtlinien auftreten, zeigt sich jedoch besonders ausgeprägt in bestimmten Zuchtlinien der Bullterrier, American Staffordshire Terrier und Pit Bull Terrier.“

Als wissenschaftliche Begründung wird Feddersen-Petersen (1996) zitiert; in der Literaturliste heisst es dann Feddersen-Petersen (1996) pers. Mitteilung. Die dieser angeblichen persönlichen Mitteilung zugrunde liegenden Orginalarbeiten George (1995) und Redlich (1998) werden nicht angeführt. So schreibt George (1995) über die Bullterrier: „Hyperaggressivität in Form von Beschädigungsbeißen oder Gruppenangriffen, wie für eine österreichische Bullterrierzuchtlinie beschrieben (Schleger 1983), wurden bis zum 50. Lebenstag bei den untersuchten Bullterrierwelpen jedoch nicht beobachtet.“ (Stellungnahme als PDF-Dokument >>)