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Tierschutz oder Hundehandel?

Eine Entscheidungshilfe für zukünftige Hundebesitzer

 Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.

Der Wunsch nach einem vierbeinigen Gefährten wird oft mit dem Bedürfnis verbunden, einem Hund das Leben zu retten, sein Leiden zu beenden und ihm ein gutes Zuhause zu bieten.

                     © Birgit Lemke

Leider werden Mitleid, und das Bedürfnis des Menschen zu helfen, gerne von kommerziellen Hundehändlern ausgenutzt. Wie kann man aber unterscheiden, ob die Hunde wirklich gerettet werden oder ob nur wirtschaftliche Interessen dahinterstecken, leider oft verbunden mit rücksichtlosen und brutalen Transport- und Unterbringungsbedingungen?

Dieses Merkblatt soll Kriterien an die Hand geben, wie seriöser Tierschutz von kommerziellem Hundehandel unterschieden werden kann.

 (Weiterlesen im PDF-Dokument >>)

Quelle: Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., Merkblatt Nr. 132, Oktober 2010 http://www.tierschutz-tvt.de/merkblaetter.html#c8

Tierschutz & -gesundheit|

Hundehandel unter dem Deckmantel des Tierschutzes? – Hundeimporte aus Süd- und Osteuropa

TVT – Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.

  1. Einleitung

Tierschutzorganisationen und einzelne Tierschützer engagieren sich in zunehmendem Maße für die Rettung von sogenannten „Straßenhunden“ aus Süd- und Osteuropa. Tierschützer vor Ort nehmen Straßenhunde auf und organisieren ihren Transport nach Deutschland, um sie dann aus Tierheimen und Pflegestellen an private Hundehalter zu vermitteln.

© Birgit Lemke

Insbesondere in den touristisch stark frequentierten Regionen Südeuropas (z. B. Spanien, Griechenland) wird der Transport der Hunde häufig an den lokalen Flughäfen über sogenannte „Flugpaten“ organisiert. Es handelt sich um Touristen, die ihren Rückflug antreten und sich an den Flughäfen bereit erklären, einen Hund für die jeweilige Tierschutzorganisation mitzunehmen. Einige Fluggesellschaften transportieren die Hunde auch kostenlos. In Deutschland angekommen, werden die Hunde von hiesigen Tierschützern am Flughafen abgeholt und auf Tierheime und Pflegestellen verteilt.

Nur ein Teil der Hunde kommt jedoch im Flugzeug nach Deutschland. Insbesondere aus Osteuropa (z. B. Rumänien, Ungarn), aber auch aus südeuropäischen Ländern oder der Türkei werden viele Hunde von privaten Tierschützern in Kleintransportern bzw. PKW´s über lange Strecken auf der Straße transportiert.

Letztendlich werden die ausländischen Hunde in Deutschland von den Tierschutzvereinen gegen eine „Schutzgebühr“ (liegt derzeit zwischen 250,-€ und 350,-€ je Hund) an private Hundehalter vermittelt. Im Rahmen der Vermittlung werden sogenannte „Pflegeverträge“ mit den neuen Hundehaltern abgeschlossen. Nicht selten sind die Verträge so formuliert, dass das Eigentum an dem Hund bei dem Tierschutzverein oder der jeweiligen Pflegestelle verbleibt.

Bei den Hunden aus dem süd- und osteuropäischen Ausland handelt es sich in erster Linie um Mischlinge, in zunehmendem Maße werden jedoch auch Rassehunde importiert. Erstaunlich ist vor allem die hohe Anzahl an Welpen und Junghunden, die in Tierheimen und Pflegestellen ankommen. Die importierten Hunde erfreuen sich in der Regel großer Beliebtheit bei den Hundehaltern. Sie sind häufig von mittlerer Größe, zeigen ein unproblematisches Sozialverhalten gegenüber Artgenossen und vermitteln dem neuen Halter das Gefühl, mit der Aufnahme des Hundes etwas Gutes getan zu haben.

Die offensichtlich einfache Vermittlung der oft noch sehr jungen Hunde aus den Tierheimen eröffnet einen Markt, der regelmäßig weiter aus dem Ausland bedient wird. Ob die in Deutschland für den Hund erhaltene „Schutzgebühr“ tatsächlich, wie von den Tierschützern in der Regel dargestellt, wieder in vollem Umfang der „Rettung“ weiterer Hunde aus dem Ausland zu Gute kommt oder in Kastrationsprojekte vor Ort investiert wird, bleibt unklar. Die zunehmenden Zahlen von Hunden, die regelmäßig aus dem süd- und osteuropäischen Ausland nach Deutschland kommen, lassen jedoch den Eindruck entstehen, hier wird unter dem Deckmantel des Tierschutzes mit Hunden gehandelt.

Das folgende Merkblatt zeigt eine tierschutz- und tierseuchenrechtliche Bewertung der aktuellen Situation auf und wagt den Versuch einer ethischen Bewertung des dargestellten Sachverhaltes, mit dem Ziel, dem zuständigen Amtstierarzt praktische Überwachungshinweise an die Hand zu geben.

 (Weiterlesen im PDF-Dokument >>)

Quelle: Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., Merkblatt Nr. 113, Okt. 2010 http://www.tierschutz-tvt.de/merkblaetter.html#c8

Tierschutz & -gesundheit|

Jagdverbot endlich genehmigt

Tierschützer Jan Gerdes landet ersten Erfolg bei Jagdbehörde

Über einen zweiten Antrag wurde noch nicht entschieden. Eigentümer der betroffenen Fläche ist seine Stiftung.

Von Rolf Bultmann

Niens Was lange währt, wird endlich gut: Die fast zweijährigen Bemühungen von Jan Gerdes, aus ethischen Gründen ein Jagdverbot für seine Ländereien in Niens durchzusetzen, haben jetzt zu einem ersten Erfolg geführt. Die Untere Jagdbehörde des Landkreises Wesermarsch erklärte ein rund elf Hektar großes Grundstück des Betreibers des Gnadenhofes und Kuhaltersheim Hof Butenland zum „befriedeten Bezirk“, auf dem die Jagd ruht. (mehr …)

Tierschutz & -gesundheit|

Die Kastration beim Hund – Ein Paradigmenwechsel

Von Ralph Rückert, Tierarzt, 16.10.2014

Ich gehöre zu einer Generation von Tierärzten, der beigebracht wurde, eher beiläufig und ohne großes Nachdenken alles zu kastrieren, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Für einige Tierarten ist das auch nach wie vor der einzig gangbare Weg. Katzen beiderlei Geschlechts werden nun einmal erst durch die Kastration zu Haustieren. Auch Kaninchen und einige Nager können unkastriert eigentlich nicht artgerecht gehalten werden. Beim Hund waren wir aber bezüglich der Kastration nie in einer echten Zwangslage. Man kann mit entsprechendem Aufwand selbstverständlich intakte Rüden und Hündinnen völlig artgerecht halten. Andere Gründe waren ausschlaggebend: Die Prophylaxe verschiedener Erkrankungen, verhaltensmedizinische Probleme und die generelle Erleichterung der Haltung für den Besitzer. Den Vorteil der Unfruchtbarmachung hat man eher nebenbei mitgenommen. Wir lebten in der Überzeugung, dass wir den Hunden auf jeden Fall etwas Gutes tun. Diesbezüglich wird uns aber nun gerade der Teppich unter den Füßen weggezogen! Wenn Sie es irgendwo laut krachen hören, könnte das der Aufprall unseres kollektiven tiermedizinischen Hinterns auf dem Boden sein. (mehr …)

Kastration|

Jagdreform jetzt!

Resolution für ein ökologisches Jagdgesetz in NRW – Unterstützen auch Sie die Resolution der Tierschutzverbände!

Fast 8.000 Hauskatzen und 69 Hunde wurden im vergangenen Jagdjahr in Nordrhein-Westfalen von Jägern erschossen. Täglich verenden unzählige Tiere qualvoll in Fallen. Viele Tierarten werden ohne den vom Tierschutzgesetz in § 1 vorgeschriebenen vernünftigen Grund getötet, weil keine sinnvolle Verwertung stattfindet. Und schon die Ausbildung von vielen Jagdhunden ist mit großem Tierleid verbunden: Sie werden an Füchsen oder flugunfähig gemachten Enten für ihre spätere Aufgabe trainiert.

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Tierschutz & -gesundheit|

Der domestizierte Wolf – ein kulturelles Erbe der Menschheit

Dr. Frank G. Wörner, 03/2007

 

WolfDer Mensch ruft Variabilität in Wirklichkeit nicht hervor, kann aber die ihm von der Natur dargebotenen Abänderungen zur Nachzucht auswählen und dieselben hierdurch in einer beliebigen Richtung häufen Er paßt auf diese Weise Thiere und Pflanzen seinem eigenen Nutzen und Vergnügen an. Er kann dies planmäßig oder kann es unbewußt tun …. CHARLES DARWIN (1809 – 1882).

Der Hund ist die merkwürdigste, vollendetste und nützlichste Eroberung, welche der Mensch jemals gemacht hat. … Vielleicht ist er sogar notwendig zum Bestand der menschlichen Gesellschaft. GEORGES de CUVIER (1769 – 1832).

Domestikation – das ist ein Synonym für den ganz „großen Sprung nach vorn“ in der kulturellen Evolution der Menschheit geworden. Über Jahrhunderttausende war nach dem endgültigen Verlassen des Tierstadiums der frühzeitliche Mensch auf das angewiesen, was er durch Sammelaktivitäten und Jagd erbeuten konnte. Sein nimmermüder erfinderischer Geist ließen ihn zwar seine Werkzeuge und Waffen immer mehr verfeinern und damit effizienter machen, seit Jahrzehntausenden beherrschte er auch das ihn mächtig machende Feuer – verstand es, dieses zunächst zu erhalten, später dann auch zu erzeugen. Aber immer, abhängig von Wetter, Jahreszeit und Jagderfolg, stand das Gespenst des Hungers an Wohnhöhle und Zelt. (Kompletter Artikel als PDF-Dokument >>)

Abstammung/Domestikation|

Vom Konkurenten zum Partner: Die Domestikation des Wolfes

Von Dr. Frank G. Wörner

Schon unvorstellbar lange, vermutlich seit Jahrzehntausenden, wurden unsere steinzeitlichen Jäger von einem anderen Großwildjäger Wolfbeobachtet und begleitet, der nur vordergründig als Konkurrent bezeichnet werden kann. Und dieser andere Jäger war, wie auch unsere steinzeitliche Horde, ebenfalls ein Lebewesen, das die Vorteile eines eigenen überschaubaren Territoriums schätzte, in dem es sich wegen der Kenntnisse des Geländes und seiner potentiellen Beutetiere einfach erfolgreicher jagen ließ, und weiterhin lebte dieser andere Jäger in einem hierarchisch strukturierten Sozialverband, in dem jedes Mitglied eine fest zugewiesene Stellung und eine genau definierte Aufgabe hatte – und somit zum Überleben des gesamten Verbandes beitrug. (mehr …)

Abstammung/Domestikation|

Vom Wolf zum Hund – Abstammung und Domestikation

Dr. med. vet. Herbert Meyer

Unser Haushund ist in der zoologischen Gliederung ein Mitglied der Familie der Hundeartigen (Caniden). Zu diesen zählen Füchse, Schakale, WölfeKojoten, Wölfe und eben unser Hund. Die ungeheuer große Variabilität in der Gestalt unserer Hunde veranlasste Ch. Darwin zu der Annahme, dass diese durch die Abstammung von verschiedenen Wildcaniden verursacht worden sei.

Noch Konrad Lorenz meinte, den Schakal als Vorfahren verschiedener Hunderassen identifizieren zu können. Viele unterschiedliche Studien über Gestalt, Verhalten und in den letzten zwei Jahrzehnten auch der Erbsubstanz zeigten jedoch, dass nur der Grauwolf als Ursprungsart in Frage kommt. (Kompletter Artikel als PDF-Dokument >>)

Abstammung/Domestikation|

Genpool des Wolfes dramatisch bedroht

VON DR. HANS MOSSER 02/2005

In den USA haben so genannte „Predator control programs“ – Programme zur Kontrolle von Beutegreifern, die in erster Linie gegen den Wolf gerichtet waren – zu unerwarteten Folgen für die genetische Variabilität der noch lebenden Ahnen unserer Hunde geführt. WUFF im Gespräch mit dem Wissenschaftler Prof. Carles Vila vom Institut für evolutionäre Biologie der Universität Uppsala. (Kompletter Artikel als PDF-Dokument >>)

 

Abstammung/Domestikation|

In welcher Rasse steckt am meisten Wolf?

Auf der molekularen Fährte des Hundes …

VON DR. HELLMUTH WACHTEL 10/2004

Bleistiftzeichnung: Husky

                   © Birgit Lemke

Nach langer wissenschaftlicher Stagnation im Hundewesen leben wir nun in einer Zeit hochinteressanter Entdeckungen! Die neuesten – spannenden – Ergebnisse der Molekulargenetik über Herkunft und Verwandtschaft von Hunderassen räumen mit vielen unserer bisherigen Vorstellungen gründlich auf! (Kompletter Artikel als PDF-Dokument >>)

 

 

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