Thomas Henkenjohann ärgert sich über uneinsichtige Halter und frei laufende Hunde im Seenpark I

VON KIM WENGOBORSKI

              © Birgit Lemke

NORDENHAM. Im Seenpark III können Hunde das ganze Jahr über toben und laufen, wie sie möchten. Anders ist das im Seenpark I — dort gilt Leinenpflicht. Viele Hundebesitzer scheint das jedoch nicht zu interessieren. Thomas Henkenjohann, selbst Halter eines Vierbeiners, appelliert an die Nutzer des Parks, sich zugunsten aller an die Regeln zu halten. Mit seinem Anliegen hat er sich an die Kreiszeitung gewandt.

„Die geht doch eh bei Fuß“, sagt ein älterer Herr, der seine Hündin im Seenpark I unangeleint laufen lässt. Und was ist mit den Vögeln, die hier bald brüten? „Die sucht kein Futter, die ist eh schon so dick“, antwortet der Hundebesitzer. Ein Frage-Antwort-Spiel, das Thomas Henkenjohann zur Genüge kennt.

Etliche Jahre haben der 52-jährige Besitzer der American-Staffordshire-Terrier-Dame Maja und seine Mitstreiter darum gekämpft, dass Hunde im Seenpark III das ganze Jahr über frei herumlaufen und sich austoben dürfen. Im vergangenen Jahr wurde dem Anliegen zugestimmt (wir berichteten).

Dem Hundetrainer liegt das Wohl der Tiere am Herzen. Sie sollen sich frei nach ihren Instinkten und ihrem Temperament ausleben dürfen, ohne dabei die Rechte und Bedürfnisse anderer Lebewesen einzuschränken.

Doch die Freilauffläche im Seenpark III scheint vielen Hundebesitzern nicht zu genügen. Thomas Henkenjohann befürchtet: „Nur weil einige Leute sich nicht an die Leinenpflicht im Seenpark I halten, müssen andere darunter leiden.“ Er beklagt, dass die Hundehalter, die sich an Gesetz und Ordnung halten, „die Dummen“ seien. Der Hund sei das Tier, das von den Menschen am meisten geliebt, aber auch am meisten gehasst wird, sagt der Tiertrainer.

» Wenn sich alle verantwortungsbewusst verhalten würden, bräuchten wir diese Gesetze nicht. ‹‹ THOMAS HENKENJOHANN, HUNDEBSITZER
 

Er denkt dabei unter anderem an Meldungen über Giftköder. Aber auch daran, dass das mehrjährige Bemühen um eine Freilaufzone von Menschen zunichte gemacht werden könnte, die sich im Seenpark I nicht an die Leinenpflicht halten. Thomas Henkenjohann sagt, dass er schon des Öfteren mit Rudolf Müller, Leiter des Ordnungsamts, gesprochen hat. Der riet ihm, die Menschen anzusprechen, die ihre Hunde im Seenpark I frei herumlaufen lassen.

Doch mittlerweile ist Thomas Henkenjohann die Diskussionen leid. „Man steht immer außen vor, wenn man einer anderen Meinung ist und sich an das Gesetz hält“, sagt er.

Nur eine Drohkulisse

Thomas Henkenjohann fragt sich, wozu es die Leinenpflicht gibt, wenn die Stadt ohnehin nicht darauf achtet, ob diese eingehalten wird. „Dass das nur eine Drohkulisse ist, merken die Leute schnell.“ Er fordert, dass die Stadt verstärkt kontrolliert, ob die Hundebesitzer ihre Tiere anleinen. Ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro kann es einen Hundebesitzer kosten, wenn er sein Tier nicht wie vorgeschrieben an der Leine führt. Aber: „Wenn sich alle Menschen verantwortungsbewusst verhalten würden, bräuchten wir diese Gesetze nicht.“

Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch, 01/04/15