Tierarzt warnt vor Infekten – Leser beschweren sich über rücksichtslose Hundehalter – Hinterlassenschaften müssen entfernt werden

VON KIM WENGODORSKI

                         © Birgit Lemke

NORDENHAM. Ein unangenehmer Geruch steigt in die Nase. Der Blick unter die Schuhsohle verrät den Quell des Übels. Es folgt hektisches Scharren mit den Schuhsohlen im Gras. Doch aufgepasst: Rundherum warten schon die nächsten „Tretminen“. Etliche Leser haben sich an die Kreiszeitung gewandt, weil sie sich über Hundekot auf öffentlichen Plätzen ärgern.

„Bei den Gate-Teichen, an der SVN-Tennishalle, eigentlich überall ist das mit dem Hundekot ein Problem“, hat Bianca Schomaker beobachtet. Die 59-jährige ist viel mit ihrem kleinen Hund unterwegs. Sie immer mindestens zwei Tütchen für dessen Hinterlassenschaften dabei. „Ich nehme die Haufen stets auf“, sagt sie.

Auch viele andere Leser haben ihren Unmut über die stinkenden Haufen auf Wiesen, Straßenrändern oder Gehwegen per Anruf per Email oder bei den Wochenmarkt-Aktionen der Kreiszeitung kundgetan. Selbst auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone gilt es, den braunen „Tretminen“ auszuweichen, berichten die Leser. „Der Großteil der Hundebesitzer ist vernünftig“, ist Rudolf Müller, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Nordenham, überzeugt. Aber eben nicht alle. Und das schafft die Probleme.

Tüten weggeworfen

In der Vergangenheit hat die Stadt Nordenham versucht, dem Problem mit Hundekotstationen Herr zu werden. Doch diese sind mittlerweile außer Betrieb. „Die Leute reißen die Tüten raus und nutzen sie nicht für den eigentlich Zweck“, sagt der Ordnungsamtsleiter. „Manche Hundehalter benutzen die Tüten und werfen sie dann samt Inhalt auf den Boden und nicht in den Müll“, hat Bianca Schomaker beobachtet. Das sei ja doppelte Umweltverschmutzung, findet die Nordenhamerin. Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht entfernt, verstößt gegen das Abfallgesetz. Bußgelder können die Folge sein. Die Höhe richtet sich unter anderem danach, wie oft man erwischt wird. Das kann teuer werden.

Zwar ist der Landkreis letztlich für die Erhebung der Bußgelder zuständig, doch auch die Stadt kann als Ansprechpartner fungieren. „Wenn ein Zeuge uns einen Vorfall meldet und den Namen des Hundebesitzer kennt, gehen wir dem nach“, sagt Rudolf Müller. Bisher konnten solche Anliegen im Gespräch oder durch ein Schreiben geklärt werden. Dennoch plädiert die Stadt dafür, dass Bürger, die sich vom Hundekot gestört fühlen, die Verursacher zunächst selbst ansprechen.

Besitzer von Hunden handeln zudem im eigenen Interesse, wenn sie für Hygiene in Feld, Wald, Stadt und Wiesen sorgen, betont der Tierarzt Dr. Frank Linneweber: „Viren, Würmer und Bakterien können durch den Kot von Hund zu Hund übertragen werden.“ Einmal schnüffeln reicht manchmal schon aus. Besonders gefürchtet ist unter den Hundebesitzern hierzulande die Parvovirose — eine Durchfallerkrankung, die zum Tod der Tiere führen kann. Für Menschen sind die meisten Krankheitserreger und Würmer, die sich in den stinkenden Haufen befinden, allerdings nicht gefährlich. Sie haben sich auf den Hund spezialisiert und können mit dem menschlichen Organismus wenig anfangen.

Angst vor Hunden

Das Thema Hunde beschäftigt auch einen weiteren Leser, der sich im Rahmen der Wir-kümmern-uns-Aktion der Kreiszeitung an die Redaktion gewandt hat. Ihm geht es weniger um die Hinterlassenschaften von Hunden, als um die Hunde selbst und vor allem deren Halter. „Warum lassen Hundehalter ihre großen Vierbeiner immer wieder auch dort frei herumlaufen, wo Leinenpflicht vorgeschrieben ist?“, fragt er und meint damit unter anderem den Seenpark. Im Seenpark III dürfen Hunde frei laufen. Im benachbarten Seenpark I nicht. Das ist klar geregelt. Eigentlich. Aber manche Hundehalter ignorieren diese Regelung. Das ärgert unseren Leser. „Man bekommt doch Angst, wenn ein großer Hund frei herumläuft und das Herrchen 50 Meter oder mehr weit weg ist“, betont der Rentner und bittet die Hundehalter um Rücksichtnahme.

Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch, 23.03.2015