Wie viel ist ein Hund wert?

Hund Ronja muss vor Oldenburger Gericht

Ronja stammt aus dem Tierheim und soll nur 100 Euro wert sein. Die Tierarztrechnung beträgt aber mehr als 4000 Euro.

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Mischling TIM
             © Birgit Lemke

Es ist zum Jaulen: Beim Gassigehen wurde Ronja von einem Wolfshund angegriffen. Wer zahlt, ist noch offen. Allerdings nimmt der Streit um die Behandlungskosten absurde Formen an.

Von Franz-Josef Höffmann

Delmenhorst/Oldenburg Hunde im Oldenburger Landgericht sind eher eine Seltenheit. Doch am Mittwoch hatte die 5. Zivilkammer das „persönliche“ Erscheinen von Ronja angeordnet, einer fünfjährigen Mischlingshündin aus Delmenhorst. Es ging in dem Zivilverfahren um die schwierigen Fragen, ob tierärztliche Behandlungskosten den eigentlichen Wert eines Hundes um ein Vielfaches überschreiten dürfen und was ein Hund überhaupt wert ist. Ronja war am 2. April vergangenen Jahres beim Gassi gehen im Delmenhorster Stadtgebiet von einem Wolfshund gebissen und schwer verletzt worden.

Herrchen Frank S. musste sich entscheiden: Das Tier einschläfern oder operieren lassen. Die Entscheidung war aber schnell gefällt, liebt seine Familie Ronja doch aufs Allerherzlichste. Doch das Hündchen, das aus dem Tierheim stammt, soll nur 100 Euro wert sein. Die Behandlungskosten beliefen sich aber auf mehr als 4000 Euro. Die wollte in voller Höhe aber keiner für das Tier bezahlen. Die Versicherung des Wolfshund-Besitzers bot 50 Prozent. Doch das Delmenhorster Amtsgericht entschied in einem ersten Prozess um die Sache, dass Herrchen Frank S. 80 Prozent der Behandlungskosten zustünden.

Weil der Wolfshund-Besitzer aber nicht für die fehlenden 30 Prozent geradestehen wollte, legte er Berufung gegen das Delmenhorster Urteil ein. Sind die hohen Behandlungskosten für Ronja noch verhältnismäßig? Die Richter wollten sich von dem kleinen Hund einen eigenen Eindruck machen. Denn der Wert von Ronja bemesse sich auch danach, ob sie ein „Familienmitglied“ sei, führte der Vorsitzende aus. Der Anwalt des Wolfshund-Besitzers hatte zuvor erklärt, Ronja sei nur eine „Mitläuferin“ und habe für Frauchen und Herrchen keine besondere Stellung.

Ronja, die mit ihrem Herrchen auf der Klägerbank Platz genommen hatte, gähnte angesichts dieser Einschätzung gelangweilt und schloss die Augen. Sie kuschelte sich in den Schoss ihres Herrchens, der selbst liebevoll das Tier kraulte. Das sah nach mehr als 100 Euro aus. Und überhaupt räumte der Vorsitzende Richter mit dem Gedankengut auf, ein Hund könnte so „billig“ sein. Er rechnete vor, dass auch ein kleiner Hund an Nahrung, Tierarzt, Steuern und Versicherung monatlich an die 80 Euro koste, mithin im Jahr also rund 1000 Euro. Da sehe das Verhältnis zu den Behandlungskosten doch schon anders aus. Abschließend will die Zivilkammer aber erst am 10. Dezember über den Fall entscheiden. Aber eines dürfte nun schon klar sein: Ronja ist mehr als 100 Euro wert. Für ihre Familie sowieso.

Artikel vom 13.11.2014

Quelle: Print- sowie Onlineausgabe http://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/hund-ronja-muss-vor-gericht-erscheinen-hund-ronja-muss-vor-oldenburger-gericht_a_20,0,398774815.html

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