Hundehalter freuen sich über Aufhebung des Leinenzwangs – Ortstermin mit Stadtvertretern

Das ganze Jahr über haben Hunde im Seenpark III freie Bahn. Damit geht für Thomas Henkenjohann und seine Mitstreiter ein großer Wunsch in Erfüllung.

Von Norbert Hartfil

Ortstermin mit Hund Toni: Silvia Kerney, Carsten Seyfarth, Jürgen Hülsebusch, Thomas Henkenjohann und Rudolf Müller bei der Begehung des Seenparks III Bild: Norbert Hartfil

Ortstermin mit Hund Toni: Silvia Kerney, Carsten Seyfarth, Jürgen Hülsebusch, Thomas Henkenjohann und Rudolf Müller bei der Begehung des Seenparks III Bild: Norbert Hartfil

Blexersande Nach 14 Jahren hat Thomas Henkenjohann sein Ziel erreicht. „Für uns Hundehalter ist das wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, sagt er. Den Dank für dieses Geschenk richtet er an die Stadt Nordenham. Sie hat nach unzähligen Diskussionen grünes Licht für die Nutzung des Seenpaks III als Freilaufzone für Hunde gegeben – und zwar ohne Einschränkungen das ganze Jahr über. Genau dafür haben Thomas Henkenjohann und seine Mitstreiter, zu denen unter anderem Heidi Huth-Hinrichs und Silvia Kerney vom Tiersuchdienst Wesermarsch gehören, lange Zeit gekämpft.

Am Freitagmorgen sind die drei Hundefreunde im Seenpark mit Vertretern der Stadtverwaltung zusammenzukommen, um das weitere Vorgehen bei der Ausweisung des Freilaufgebietes abzustimmen. Die Stadtdelegation bestand aus Vize-Verwaltungschef Carsten Seyfarth, Ordnungsamtsleiter Rudolf Müller und Bauhofleiter Jürgen Hülsebusch.

Beliebter Park

Während die sechsköpfige Gruppe durch die Grünanlage geht, begegnen ihr mehrere Radfahrer und natürlich Hundehalter, die dort mit ihren Vierbeinern unterwegs sind. „Abends ist hier noch viel mehr los“, sagt Thomas Henkenjohann. Er weiß, wie beliebt das Seenparkgelände bei Hundebesitzern ist. Deshalb hat er sich ja mit so viel Leidenschaft dafür eingesetzt, dass dort der Leinenzwang abgeschafft wird. „Hier kommen auch viele Urlauber her, um ihre Hunde laufen zu lassen“, sagt Thomas Henkenjohann.

Der Gedanke, die ganzjährige Freilaufzone im Seenpark für die Nordenham-Werbung zu nutzen, ist auch der Stadtverwaltung schon gekommen. Laut Carsten Seyfarth soll im Internet auf der Nordenham-Homepage ein entsprechender Hinweis veröffentlicht werden. Das gilt ebenso für die zweite Hundefreilauffläche im Nordenhamer Stadtgebiet, die sich auf der ehemaligen Osterfeuerwiese in Großensiel befindet.

Bei der Begehung des Seenparks III sind sich die Hundefreunde und die Stadtvertreter darüber einig, dass an den beiden Eingängen an der Coldewärfer Straße und am Blexer Sieltief neue Schilder aufgestellt werden sollen, die das Freilaufgebiet abgrenzen.

Wunschlos glücklich sind Thomas Henkenjohann und seine Mitstreiterinnen allerdings noch nicht. Heidi Huth-Hinrichs nimmt im südlichen Abschnitt des Parks ihren Hund Toni an die Leine, weil sie befürchtet, dass er auf die nahe Bundesstraße 212 laufen könnte. Um dieses Problem zu entschärfen, das bei zugefrorenen Gräben im Winter noch größer ist, möchten die Hundefreunde einen Zaun entlang der stark befahrenen Straße errichten. „Grundsätzlich haben wir nichts dagegen“, sagt Carsten Seyfarth. Allerdings könne die Stadt Nordenham nicht die Kosten übernehmen.

Das Tierfreunde-Team um Thomas Henkenjohann will das Zaunprojekt in Eigenarbeit umsetzen und sich auch um die Finanzierung kümmern. „Wir hoffen auf Sponsoren“, sagt Thomas Henkenjohann. Teilweise ließe sich auch eine Abgrenzung durch aufgestapeltes Totholz schaffen.

Wenn es nach den Hundehaltern geht, wird darüber hinaus ein Tor für die Sieltiefbrücke angeschafft. Es soll sich wie ein Schafsgatter selbst schließen.

Jahrelanger Streit

Die Anfänge des Streits um die Hundefreilaufflächen reichen bis in das Jahr 2000 zurück. Das Thema kochte hoch, als die Stadt Nordenham eine Leinenzwangverordnung erließ. Bei der Suche nach geeigneten Flächen, auf denen Hunde frei herumtoben dürfen, fiel die Wahl auf den damals neu angelegten Seenpark III. „Das ging bis 2005 gut“, erinnert sich Thomas Henkenjohann. Dann beklagten sich die Jäger und später auch der Naturschutzverein darüber, dass freilaufende Hunde eine Gefahr für die Wildtiere darstellen würden. In der Folge führte die Stadt einen Leinenzwang in der alljährlichen Brut- und Setzzeit von April bis Juli ein. Dagegen wiederum liefen die Hundehalter Sturm. Sie erreichten, dass die Stadt in diesem Jahr versuchsweise den Leinenzwang aufhob. Weil es in dieser Testphase keinerlei Probleme und Beschwerden gab, gilt diese Regelung ab jetzt dauerhaft. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt Thomas Henkenjohann.

Artikel vom 01.11.2014 als PDF-Dokument >>

Quelle: http://www.nwzonline.de/wesermarsch/wirtschaft/jetzt-fehlen-nur-noch-zaun-und-tor_a_19,0,3461820179.html