Der Gebrauchshund im Gespräch mit Prof. Dr. Hansjoachim Hackbarth – dem Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Von Jürgen Rixen

DGH: Können Sie kurz diesen Wesenstest skizzieren? Was wird da abgeprüft?

Bleistiftzeichnung: American Staffordshire Terrier-Rüde Kuddel

© Birgit Lemke/in-sachen-hund.de

Prof. Dr. H. H.: Der Wesenstest ist in Teile geteilt. Als Erstes kommt ein Lerntest. Der wird durchgeführt, um festzustellen, ob Besitzer ihre Hunde vorher sediert haben. Das macht man ja gerne, wenn ein Hund nicht ganz so einfach ist. Dann gebe ich dem morgens, bevor ich zum Wesenstest gehe, eine Valium. Das merken wir aber sehr schnell, weil Hunde unter Valium nämlich nicht lernen. Deshalb macht man mit dem Hund einen relativ simplen Lerntest über Clicker oder Targetstick und schaut, ob der Hund lernt – also im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

Wenn wir der Meinung sind, dass er das ist, dann folgt eine allgemeine tierärztliche Untersuchung. Die gehört dazu, denn ein Hund kann auch aufgrund organischer Schäden aggressiv sein. Weil er irgendwo Schmerzen hat! Darum sind wir der Meinung, dass der Wesenstest in tierärztliche Hand gehört. Eine Untersuchung gehört nämlich zwingend dazu – und zwar am Tag des Wesenstests. Nicht irgendwann vorher einmal.

Dann gibt es im Prinzip drei große Komponenten, die beim Test stattfinden. Der Hund wird getestet im Hund-Hund-Kontakt, d. h., wie verhält er sich zu anderen Hunden, im Hund-Mensch und im Hund-Umwelt-Kontakt. Dabei geht es um die Eskalation, also der Hund kommt in Normal-Situationen… (Artikel als PDF-Dokument >>)