Die Empfindlichkeit von Hundenasen ist im Tierreich einmalig. So sind Hunde sogar in der Lage, anhand des Geruchs von Urin einen möglichen Blasenkrebs zu erschüffeln.

Bleistiftzeichnung: Cocker Spaniel

            © Birgit Lemke

Hunde können lernen, Blasenkrebs in Urinproben zu erschnüffeln. Das berichten britische Mediziner im „British Medical Journal“ (Bd. 329, S. 712) vom Freitag. Nach einer sieben Monate langen Trainingsphase sollten die Versuchshunde aus einer Gruppe von sieben Proben die eine Urinprobe eines Patienten mit Blasenkrebs erkennen.

Die Hundediagnose sei in 41 Prozent der Fälle richtig gewesen. Per Zufall hätten die Hunde nur 14 Prozent der Blasenkrebsfälle erschnüffelt.

Welche Duftstoffe im Zusammenhang mit Krebs stehen, ist noch unbekannt

Sechs verschiedenen Hunde hatte das Team um die Ärztin Carolyn Willis vom Londoner Amersham Hospital beigebracht, die Urinproben von Blasenkrebspatienten aus einer Reihe anderer Urine zu erkennen. Welche Geruchsstoffe genau die Duftmarke für Blasenkrebs bilden, wissen die Forscher nicht. Im Zusammenhang mit einigen Krebsarten seien die Anteile bestimmter Formaldehyde und Alkane im Harn erhöht. Wahrscheinlich jedoch erschnüffelten die Hundenasen noch weitere Duftstoffe, schreibt die Gruppe um Willis.

Während der Trainingsphase hätten alle sechs Hunde – vier Cocker- Spaniel, ein Labrador, ein Mongrel und ein Papillonhündchen – bei einer Urinprobe eines vermeintlich gesunden Patienten reagiert. Erst bei weiterführenden Untersuchungen fanden die Ärzte einen bis dahin unerkannten und noch symptomlosen Nierenzelltumor.

In den vergangenen Jahren hatten Ärzte bereits mehrmals von Hunden berichtet, die diverse Krebserkrankungen erschnüffelten. So hatte die britische Universität Cambridge Schnupperhunden für Prostatatumoren, Lungenkrebs und Brustkrebs vorgestellt. Erstmalig hatte „The Lancet“ im April 1989 von einem Hund geschrieben, der ständig intensiv am Hautkrebs seiner Besitzerin schnupperte.

Quelle: stern.de – 24.9.2004