Einsatz von Stachelhalsbändern in der Hundeerziehung ist tierschutzwidrig

„Strafrechtliche Grenzen der Hundeabrichtung“

Auszüge aus einem Urteil des OLG Hamm vom 27.02.1985 – 4 St 16/85

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Bleistiftzeichnung: Dobermann
               © Birgit Lemke

„Danach ist strafbar, wer einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen zufügt. Dies zu prüfen, hätte bereits aufgrund des mehrmaligen, ruckartigen Zurückreißens des Hundes nahegelegen, zumal die StrK davon ausgegangen ist, dass durch die Einwirkung des sich verengenden Stachelhalsbandes auf die ungeschützte Luftröhre dem Tier erhebliche Schmerzen zugefügt worden sind.“

 (…)

„Soweit es sich bei dem festgestellten rohen Abrichtungsversuch des Angekl. tatsächlich um eine tradierte Vorgehendweise handeln sollte, ist diese spätestens nach der Grundentscheidung des Gesetzgebers für den ethischen Tierschutz (vgl. die zur Veröff. vorgesehene SenE v. 23.01.1985 – 4 Ss 1536/84) und den darauf basierenden Verbotskatalog des § 3 TierSchG nicht mehr als sozial adäquat billigenswert anzusehen. Aller Erziehungsformen für Tiere haben sich dieser sittlichen Ordnung der Beziehung zwischen Mensch und Tier anzupassen und können nur in diesen Grenzen einen vernüftigen Beeinträchtigungsgrund ergeben.“

 (…)

„Abgesehen davon ist angesichts des Verbots nach § 3 Nr.4 TierSchG die Verwendung eines Stachelhalsbandes mit nach innen gewendeten Stacheln und obendrein verkürzter Schlaufe schon für sich allein genommen ein Mittel, das mit der Einführung des Tierschutzgesetzes in der geltenden Fassung als Abrichtungsmittel für Hunde schlechterdings nicht mehr hingenommen werden kann (vgl. BT-Dr VI 3556; Lorz, BT-Dr § 3 Rdnr.34).“ OLG Hamm, Urteil vom 27.02.1985 – 4 St 16/85 (Urteil veröffentlicht in der NStZ 1985, Heft 6 als PDF-Dokument>>)

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