03.12.2012

Von: Thomas Henkenjohann

 

Sehr geehrter Herr Weil,

als passionierter Hundefreund, der seit 41 Jahren mit Hunden zusammenlebt sowie als langjähriger jedoch inzwischen unsicherer SPD-Wähler wäre ich Ihnen hinsichtlich der anstehenden Landtagswahl für eine Entscheidungshilfe sehr dankbar.

Das Land Niedersachsen verfügt seit einigen Jahren über ein vorbildliches Hundegesetz. Vorbildlich deshalb, weil wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse aber auch jahrelang wiederholte Proteste aus Wissenschaft u. Veterinärmedizin gegen rassespezifische Hunderegelungen berücksichtigt wurden und der Blick für das Wesentliche wieder möglich ist.

Das NHundG setzt dort an, wo das Problem entsteht: Bei der Sachkunde (Erziehung, rechtliche Rahmenbedingungen etc.) des Hundehalters. Nicht nur die Ergebnisse des niedersächsischen Wesenstests (98 % der vermeintlich gefährlichen Hunde haben ihn bestanden), sondern auch die Tatsache, dass sich in Niedersachsen ohne rassespezifische Hunderegelung nicht mehr Vorfälle ereignen, als in anderen Bundesländern mit rassespez. Regelungen, sollen nur zwei von etlichen vorhandenen Belegen dafür sein, dass es sich bei dem Glauben, es gäbe gefährliche Hunde nach Rassezugehörigkeit, um eine völlig absurde These handelt.

Basierend auf dieser These wurden jedoch nicht nur in Niedersachsen, sondern noch heute in vielen Bundesländern Menschen, die sich Schutz vor Unfällen mit Hunden wünschen, mit Gesetzen, die lediglich eine Scheinsicherheit suggerieren, betrogen.

Daher ist es eine für mich entscheidende Frage: Müssen wir Bürger und Hundefreunde in Niedersachsen im Falle Ihrer Wahl zum Ministerpräsidenten damit rechnen, dass die SPD unter Ihrer Führung das derzeitige Konzept des NHundG in Frage stellt und der Verfolgung und Kriminalisierung von Hunden und Haltern bestimmter Rassen wieder mehr Beachtung geschenkt wird als den tatsächlichen Gefahrenursachen?

Mit freundlichen Grüßen,

Thomas Henkenjohann

 

Antwort von Herrn Weil

Sehr geehrter Herr Henkenjohann,

die SPD hält es für sehr wichtig, dass Menschen – und insbesondere gerade Kinder – vor gefährlichen Hunden geschützt werden. Wir sind aber ebenso der Meinung, dass Hundehalter nicht unter Generalverdacht gestellt werden dürfen. Diese Haltung haben wir in der Vergangenheit vertreten und werden bei dieser Linie bleiben. Deshalb werden wir das derzeitige Konzept nicht in Frage stellen und treten für die Beibehaltung ein.

Mit freundlichen Grüßen,

Stephan Weil

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